Huk umalla – Huk maquilla – Huk sonqoylla!

Ein herzliches Dankeschön an alle Schülerinnen und Schüler, die den WOW-Day 2010 ermöglicht haben und dadurch wieder viele Initiativen unterstützen konnten. So auch die Unserige!

Die Überschrift steht in Quechua/ Runa Simi, der in den Hochanden Perus noch vorherrschenden Sprache der Indigenas und bedeutet: Ein gemeinsamer Kopf (Gedanke), eine gemeinsame Hand (Tat), ein gemeinsames Herz (Fühlen). Es ist eine alte indianische Weisheit, ein Ruf, der auch heute noch in den Hochanden-Dörfern gemeinschaftliche Tätigkeiten begleitet wie z.B. das Bestellen der Felder oder den Bau eines Versammlungshauses, denn viele ‘Köpfe, Herzen und Hände’ können zusammen mehr erreichen als ein Einzelner.

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Pro Humanus im Einsatz – Erste Jahreshälfte 2011

18. Juli bis 29. Juli 2011

Während dieser zwei Wochen fand die diesjährige  Lehrerfortbildung in Lima statt unter dem Hauptthema: Die 12 Sinne; ihre Entwicklung und Bedeutung im Bereich der Pädagogik. Es kamen rund 40 LehrerInnen und Kindergärtnerinnen aus Huancavelica, Cuzco, Lima, aus Ecuador und Chile zusammen, um pädagogische Grundlagen zu vertiefen sowie methodisch-didaktische Fragen zu erarbeiten. Zusätzliche Dozenten aus Chile, der Schweiz und aus Peru waren im Einsatz.

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Jahresbericht 2010 und Budget 2011

Die Mitarbeiterinnen von Pro Humanus waren wiederum in einigen ausgewählten Orten in unterschiedlichen Regionen des Landes unterwegs, um in regelmässigen Abständen pädagogische Fortbildungsmodule in Kindergärten und Grundschulen durchzuführen. In der Hochanden-Region Huancavelica/Tayacaja sind dies Bauerngemeinden, wo mit ADECAP (Asociación de Defensa y Desarollo de las Comunidades Andinas del Perú) zusammengearbeitet wird. In Zaña, das in der nördlichen Küstenwüste von  Chiclayo (Region Lambayeque) liegt, begleitet Pro Humanus in Zusammenarbeit mit der Asociación Petirrojo (Canada) die Arbeit in einem Kindergarten und einer Grundschule für Kinder mit Lernschwierigkeiten.

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Zur Arbeit von Pro Humanus in Peru – „Schule unterwegs“ und Begleitung krebskranker Kinder

Pro Humanus, 2004 in Lima als gemeinnütziger Verein gegründet, fördert Initiativen in den Bereichen Erziehung, Bildung, Gesundheit und Kultur mit dem Ziel, zu einer menschenwürdigen Entwicklung beizutragen. – Seit 2007 arbeitet der Verein vorwiegend in benachteiligten Regionen Perus mit einem künstlerisch-pädagogischen Ansatz, mit dem versucht wird, die Entwicklung von Kindern,  in enger Zusammenarbeit mit  Eltern und Lehrern, zu fördern – Derzeitige Mitarbeiterinnen: Rocío García (Peru, Waldorferzieherin), Lyggia Chujutalli (Peru, Waldorf-Klassenlehrerin), Bettina Vielmetter (Deutschland/Peru, Lehrerfortbildung und Sozialarbeit).

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Rundbrief November 2010

Den Rundbrief_vom November 2010 hier als PDF herunterladen.

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WOW-Day-Aktion unterstützt auch die „Schule unterwegs“ in Peru

Liebe Schülerinnen und Schüler der Waldorfschulen Deutschlands:

In den Regionen, in denen unser pädagogisches Team mit Kindern, Lehrern und Eltern zusammenarbeitet, leben die Dorfgemeinschaften zum Teil noch stark in ihren Traditionen. Wenn beispielsweise eine Familie ihr Feld zu bearbeiten hat, tun sich alle Dorfbewohner zusammen und bewirtschaften es mit vereinten Kräften.

Es ist beeindruckend, was aus einer Gemeinsamkeit dieser Art heraus möglich ist! Das habt auch ihr in noch viel größerem Umfang mit eurer großartigen WOW-Day-Aktion gezeigt  und zudem kommt sie Initiativen in aller Welt zugute, die sich unter oft schwierigsten Bedingungen für mehr Menschlichkeit und eine würdigere Erziehung einsetzen. Euer Engagement macht  Mut und stärkt die  Arbeit jeder einzelnen Initiative vor Ort. Herzlichen Dank!
Mit eurer Unterstützung  für die Wanderschule in Peru tragt ihr dazu bei, dass Kinder in stark benachteiligten Regionen des Anden-Hochlands und der Küstenwüste eine würdigere und altersgemäßere Erziehung genießen dürfen. In bisher fünf Kindergärten und Schulen begleiten wir die Lehrer im Unterricht und bilden sie fort,  und es können Spielzeug, Bücher und Unterrichts-Materialien angeschafft werden. Mitte dieses Jahres können wir durch eure Mithilfe einer größeren Gruppe von LehrerInnen aus verschiedenen Regionen des Landes einen intensiven, mehrwöchigen Fortbildungskurs in der Hauptstadt Lima ermöglichen.

Zum vierten Mal unterwegs in Huancavelica und Zaña
Als wir am frühen Morgen im noch nebelverhangenen Dorf Jabonillo, auf 4000 müM ankommen und uns Señora Delfina – die jedes Mal so liebevoll für unser Wohl sorgt – erblickt strahlt sie und rennt in ihre Küche, um uns ein Frühstück zuzubereiten.  Dann kommen nach und nach die Kinder angelaufen, hängen sich rechts und links an uns und fragen alle durcheinander: „Was machen wir dieses Mal? Wie lange bleibt ihr? Habt ihr das Springseil und die Geige für die Pausen dabei? Bald beginnt Sonia, die Leiterin der Schule und Lehrerin der ersten und zweiten Klasse mit dem Unterricht. Uns fällt auf, dass die Kinder viel aktiver und freudiger bei der Sache sind – nicht mehr so unterwürfig und verängstigt wie zu Beginn unserer Arbeit im  Vorjahr. Auch Sonia ist gelöster, liebevoller und viel natürlicher im Umgang mit den Kindern. Vom sonst im Land so üblichen Militärstil im Unterricht ist kaum mehr etwas übrig. In der ersten Arbeitssitzung am Nachmittag tauschen wir uns mit der Lehrerin darüber aus, wie es ihr in den vergangenen Monaten seit unserem letzten Besuch Ende Juni ergangen ist. Sie drückt es so aus: „An den Kindern und auch an mir selbst sehe ich deutlich die ersten positiven Ergebnisse dieser Art zu arbeiten, und ich beginne zu erkennen, dass das zwar ein langer, arbeitsintensiver, aber ein sehr lohnenswerter Weg ist. Erst jetzt wird mir klar, dass wir Lehrer bis anhin in erster Linie den Auflagen des Erziehungsministeriums gerecht zu werden versuchten, anstatt das Kind selbst in das Zentrum unserer Tätigkeit zu stellen. Wir füllen unsere Hefte mit Berichten, die von den Behörden zufrieden abgestempelt werden. Mit der Realität und Praxis im Schulalltag haben diese allerdings kaum etwas zu tun“.

Über zwei Wochen begleitet nun Lyggia, unsere Klassenlehrerin, die Kinder und  LehrerInnen im Unterricht. Am Nachmittag arbeiten wir mit ihnen an den pädagogischen Grundlagen sowie methodisch-didaktischen Themen und bereiten gemeinsam den Unterricht vor. In den Elternversammlungen beziehen wir die Eltern aktiv in die morgendliche pädagogische Arbeit mit ein, in dem wir gemeinsam mit ihnen konkrete Beispiele aus dem Unterricht praktizieren.

Parallel begleitet unsere Kindergärtnerin Rocio die Arbeit im Kindergarten von Atuq. Auch hier ist eine deutlich wärmere, fröhlichere Arbeitsstimmung spürbar. Bei einem Überraschungsbesuch einer Spezialistin des Erziehungsministeriums antwortet die Leiterin des Kindergartens aus voller Überzeugung auf die kritischen Bemerkungen der Spezialistin, dass sie auf einem pädagogischen Weg sei, der für sie sehr positive Resultate zeige und dass sie fest entschlossen sei, diesen Weg weiter zu verfolgen.

Ende 2009 führten wir zum ersten Mal auch einen Unterrichts- und Lehrerfortbildungsblock in Zaña durch. Dieser hauptsächlich vom Reis- und Zuckerrohranbau lebende Ort liegt in einer Flussoase inmitten der Küstenwüste im Norden Perus. Schon vor einem Jahr kamen die Gründer einer kleinen Schule mit Kindergarten auf uns zu, auf der Suche nach Stärkung und Begleitung.
Dieses Interesse und die Eigeninitiative der Bevölkerung sind eine wesentliche Voraussetzung  für das Engagement von Pro Humanus.

Eine Veränderung muss immer von den Betroffenen selbst gewollt sein. Von dort aus können dann gemeinsam – aus der Begegnung innerhalb der jeweiligen Realität und aus der Praxis heraus – neue, zukunftsweisende Ansätze für die Erziehung gesucht werden.

Mögen hoffnungsvolle Berichte der durch die WOW-Day-Aktion begünstigten Projekte viele Waldorfschüler motivieren, auch dieses Jahr eine solche Aktion zu veranstalten und dadurch das stärkende Netz zwischen zahlreichen Menschen und Initiativen weltweit weiterzuknüpfen.

Bettina Vielmetter

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Rundbrief März 2010

Rundbrief_Maerz 2010 hier als PDF herunterladen.

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Jahresbericht 2009

Pro Humanus  wurde 2004 in Lima als gemeinnütziger Verein gegründet. Er fördert Initiativen in den Bereichen Kultur, Erziehung, Bildung und Gesundheit mit dem Ziel, zu einer menschenwürdigen Entwicklung beizutragen.
Die bisherige Erfahrung zeigt, dass Pädagogik und Kunst  wirkungsvolle Mittel sind im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit. Entsprechend dieser Überzeugung hat Pro Humanus seit Januar 2009 seine  künstlerisch-pädagogische Arbeit mit Kindern, Eltern und Lehrern in mehreren Kindergärten und Grundschulen vertieft. Die Arbeit findet in der Küstenwüste von Zaña, Region Lambayeque (745 km nördlich von Lima) und in vier Bauerngemeinden von Tayacaja, in der hoch-andinen Region Huancavelica (310 km südöstlich von Lima) statt.

Jahresbericht_2009

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Erster Lehrerfortbildungs- und Unterrichtsblock der ‘Escuela itinerante’ in Zaña

Anfangs Dezember fuhr die ‘Escuela’ erstmals nach Zaña, in einen Ort, der in einer Flussoase liegt, inmitten der Küstenwüste im Norden Perus. Die Menschen dort leben vorwiegend vom Reis- und Zuckerrohranbau. In dieser Gegend des Landes trifft man überall auf eindrückliche Zeichen der bewegten Geschichte: Ruinen der präinkaischen Mochia-Kultur, Reste der Kolonialkirchen des 16. Jh. Viele Bewohner sind Afro-Peruaner, Nachfahren der damaligen Sklaven.

Weihnachten steht bevor, die Kleinen sind an der Arbeit

Arbeit im Klassenzimmer

Elternarbeit

Schon vor einem Jahr kamen die Gründer einer kleinen Schule mit Kindergarten auf uns zu, auf der Suche nach Stärkung und Begleitung. Der jetzige erste Einsatz dort hat uns im Entscheid bestärkt, diese Initiative in unser für die nächsten drei Jahre geplantes Projekt mit einzubeziehen.

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Zum dritten Mal mit der Escuela Itinerante unterwegs in Huancavelica in den Hochanden

Beim dritten Einsatz im zentral-peruanischen Hochland Perus im Oktober dieses Jahres waren es nicht – wie beim letzten Mal – die Schlammlawinen oder der Transportstreik, welche  das Vorhaben bremsten, sondern es waren eher innere Umstände, d.h. eine schwierige Situation in einer der drei Dorfschulen, in denen wir in den vergangenen Monaten bereits tätig waren. Und wieder einmal bestätigte sich: Schwierigkeiten stossen auch immer Neues an, so dass wir nach unserem dritten Einsatz klar sagen konnten: Hier werden wir über die nächsten drei Jahre weiter pädagogische Aufbauarbeit leisten können.

Ende Oktober 09

Am Montagmorgen früh kommen wir im noch nebelverhangenen Dorf Jabonillo (Distrikt Colcabamba, in der Nähe des Regenwaldes auf 4000 müM) an. Kaum erblickt uns Señora Delfina – die jedes Mal so liebevoll für unser Wohl sorgt – strahlt sie und rennt in ihre Küche, um uns ein Frühstück zuzubereiten.

Nun kommen die Kinder angelaufen, hängen sich rechts und links an uns und fragen alle durcheinander: “Was machen wir dieses Mal? Wie lange bleibt Ihr? Habt Ihr das Springseil und die Geige für die Pause dabei?”

Bald beginnt Sonia, die Leiterin der Schule und Lehrerin der ersten und zweiten Klasse mit dem Unterricht. Uns fällt auf, dass die Kinder viel aktiver und freudiger bei der Sache sind. Sie wirken nicht mehr so unterwürfig und verängstigt wie noch zu Beginn des Jahres. Auch Sonia wirkt gelöster, liebevoller und viel natürlicher im Umgang mit den Kindern. Vom sonst im Land so üblichen Militärstil im Unterricht ist kaum mehr etwas übrig.

In der ersten Arbeitssitzung am Nachmittag tauschen wir uns mit der Lehrerin darüber aus, wie es ihr in den letzten Monaten seit unserem letzten Besuch Ende Juni ergangen ist. Sie drückt es so aus: “An den Kindern und auch an mir selbst sehe ich deutlich die ersten positiven Ergebnisse dieser anderen Art zu arbeiten, und ich beginne zu erkennen, dass das zwar ein langer, arbeitsintensiver, aber ein sehr lohnenswerter Weg ist. Erst jetzt wird mir klar, dass wir Lehrer bis anhin in erster Linie den Auflagen des Erziehungsministeri- ums gerecht zu werden bemüht waren anstatt das Kind selbst ins Zentrum unserer Tätigkeit zu stellen. Wir füllen unsere Hefte mit Berichten, die von den Behörden zufrieden abgestempelt werden. Diese haben aber wenig mit der Realität und der Praxis im Schulalltag zu tun.”

Während einer Woche werden nun Sonia und die Kinder von Lyggia, unserer Lehrerin, im Unterricht begleitet. An den Nachmittagen arbeiten wir mit der Lehrerin an den pädagogischen Grundlagen wie auch an methodisch-didaktischen Themen. Gemeinsam bereiten wir den Unterricht vor.

In den Elternversammlungen beziehen wir die Eltern aktiv in die morgendliche pädagogische Arbeit mit ein, indem wir gemeinsam mit ihnen konkrete Beispiele aus dem Unterricht praktizieren.

Parallel dazu begleitet unsere Kindergärtnerin Rocío die Arbeit im Kindergarten von Atuq (einer weiteren Bauerngemeinde in den Hochanden von Tayacaja). Auch hier ist eine auffallend wärmere, fröhlichere Arbeitsstimmung spürbar.

Bei einem Überraschungsbesuch einer Spezialistin des Erziehungsministeriums antwortet die Leiterin des Kindergartens auf die kritischen Bemerkungen der Spezialistin aus voller Überzeugung, dass sie ‘auf einem pädagogischen Weg’ sei, der für sie sehr positive Resultate zeige und dass sie fest entschlossen sei, diesen Weg weiter zu verfolgen.

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